Einige hannoveraner Antimilitarist_innen bieten Infoveranstaltungen zur Aufstandsbekämpfung, Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit (ZMZ), Verbindungskommandos an. Der Celler Trialog ist abgesagt! Wenn ihr Interesse an an einer Infoveranstaltung in eurer Stadt habt, könnt ihr euch aber weiterhin melden: antimilitarismus-alerta[at]riseup.net

*Ankündigungstexte Infoveranstaltungen*

Zwei mögliche Ankündigungstexte

1.
Verbindungskommandos, Aufstandsbekämpfung und zivilmilitärische Zusammenarbeit (ZMZ)
Oder warum die Militarisierung der Gesellschaft ein Angriff auf alle linken und emanzipatorischen Bewegungen ist.

Dass die Bundeswehr Gipfel wie den G8 oder die NATO-Sicherheitskonferenz in München schützt hat wohl fast jede_r schon mal gehört. Aber wer weiß schon so genau:
Was die 441 Verbindungskommandos treiben, die die Bundeswehr seit 2007 in sämtlichen Regierungsbezirken sowie Kreisen und kreisfreien Städten aufgebaut hat?
Wie NGOs und Hilfsorganisationen z.B. in Afghanistan immer direkter in Kriegs- und Aufstandsbekämpfungsplanungen einbezogen werden?
Wie Forschung und Lehre nach militärischer Verwertbarkeit strukturiert und Schulen und Arbeitsämter zu vertraglich abgesicherten Rekrutierungsanstalten werden?
Dass die Bundeswehr innerstädtische Aufstandsbekämpfung übt?
Oder warum die Bundesregierung den Einsatz von Soldat_innen gegen Streiks nicht ausschließen möchte?
Wir wollen (zivil-)militärische Strukturen bekannter und damit hoffentlich auch angreifbarer machen und vor dem Hintergrund sich zuspitzender sozialer Verhältnisse und repressivem Krisenmanegement nach Innen und Außen bewerten. Welche Bedeutung hat eine militarisierte, staatliche Strategie zur Unterdrückung sozialer Konflikte für uns, als in unterschiedlichen Bewegungen und Strömungen für Veränderungen Kämpfende?

Außerdem werden wir die „Celler/Kieler Trialog“ Konferenz als Schnittstelle zwischen wirtschaftlichen, militärischen und politischen Eliten vor- und seine Bedeutung bei der Umsetzung von ZMZ-Konzepten herausstellen.

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2.
Aufstandsbekämpfung und Krisenmanagement- Der Celler/Kieler Trialog – Forum für zivil-militärische Zusammenarbeit und Verbindungskommandos

Seit 2007 treffen sich hochrangige Vertreter und EntscheidungsträgerInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Bundeswehr im niedersächsischen Celle zum so genannten “Celler Trialog”. Dieser versteht sich als nationales Pendant zur Münchner Sicherheitskonferenz (SiKo) der NATO.
Initiiert wurde das selbst ernannte “Diskussionsforum für Außen- und Sicherheitspolitik” von dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank, Klaus Peter Müller, und dem Bundesministerium der Verteidigung. Im so genannten Celler Appell wurden 2008 als Zielsetzungen festgehalten:
Zur “Vertiefung des Dialogs zwischen Bundeswehr und Gesellschaft” soll ein jährliches Treffen stattfinden: “Damit wollen wir allen Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Politik und Bundeswehr Impulse für die vertiefte sicherheitspolitische Diskussion geben.” Geschaffen werden soll eine Initiative zur “Förderung der Reservisten in Industrie und Forschung, zur Vertiefung der persönlichen Kontakte und zur Intensivierung der zivil-militärischen Zusammenarbeit”.
Auch sei zu erreichen, dass der “sicherheitspolitische Dialog auch in Forschung und Lehre, insbesondere an unseren Hochschulen gestärkt wird. z.B. durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren und durch eine dauerhaften Austausch zwischen Wirtschaft und Bundeswehr”.
Beim Trialog findet die inhaltliche Aussprache weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Zeitschrift Europäische Sicherheit berichtet: “Die Aussprache ist sehr offen, da die Gespräche hinter verschlossenen Türen stattfinden.“ Auch die hochkarätigen Redner, wie der damalige Kriegsminister Jung, der ehem. Innenminister Schäuble und NATO-Stratege General a.D. Naumann, verdeutlichen die Bedeutung des Trialogs als zentrale Schnittstelle zur Optimierung der zivil-militärischen Zusammenarbeit zur Absicherung eines krisenhaften Kapitalismus.
Vor dem Hintergrund der geplanten Mobilisierung gegen den nächsten Trialog vom 1. – 3. September 2010 in Kiel wollen wir das Kriegstreiberforum schon jetzt bekannter machen.