Infos zur antimilitaristischen Demo am 22. Oktober 2010 in Lübeck.
Der Kriegsmaschinerie entgegen treten! Gegen die Militarisierung der Gesellschaft!
Start: 16:30Uhr auf dem Kohlmarkt. alle infos von: http://am.blogsport.de

Aufruf:

„Aufruf zur Demonstration am 22.10. gegen die Militarisierung der Gesellschaft

In der Zeit vom 25.10. bis 28.10. will die Bundeswehr mit ihrem „Karrieretruck“ an den Lübecker berufsbildenden Schulen für sich werben. Da die Bundeswehr sich momentan im Umbau zu einer global operierenden Freiwilligenarmee befindet, ist sie besonders darauf angewiesen, auf junge Menschen als attraktiver Arbeitgeber zu wirken. Die Bundeswehrangehörigen werden den Schülern, abgestimmt auf die jeweilige Schulform, von den Ausbildungs- und Karrierechancen (Studium an Bundeswehruniversitäten, Berufsausbildung etc.) berichten. Versucht zu verschweigen wird, dass sich als Soldat zu verpflichten auch bedeutet, sich zu verpflichten, im sogenannten Ernstfall zu töten. Dieser Ernstfall ist schon seit langem Realität und wird es in Zukunft noch weit häufiger sein.
Hinter beschönigenden Bezeichnungen wie „humanitärer Einsatz“ oder „Friedensmission“ verbergen sich Kriege, das Morden ist längst Normalität.
Entgegen der Propaganda der Bundesregierung und Bundeswehr führen die Soldaten nicht nur sogenannte humanitäre Einsätze durch, sie kämpfen für deutsche Wirtschaftsinteressen.

Soldat ist kein „normaler Beruf“, die Bundeswehr ist kein attraktiver Arbeitgeber!

„Teamwork, berufliche Qualifizierung und ein attraktives Gehalt“, „interessanter und vielseitiger Beruf“ – so wirbt die Bundeswehr für sich als Arbeitgeber und Karrierechance.
Mit Ständen auf Messen, Sprechstunden in Arbeitsagenturen, dem „Bundeswehr-Karrieretreff“ und eben auch Besuchen an Schulen wird versucht, vor allem junge Menschen als Soldaten zu gewinnen.
Ob Berufsausbildung oder Studium, bei der Bundeswehr scheint jede Ausbildung unter besten Bedingungen möglich. Dazu wird ein „sicherer und interessanter Arbeitsplatz“ als Soldat auf Zeit versprochen. Attraktive Aussichten, besonders wenn die Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt schlecht ist.
Wer jedoch z.B. an einer Universität der Bundeswehr studieren möchte, muss sich erst für volle 13 Jahre Dienstzeit verpflichten.
Das bedeutet, dass nach der regulären Studienzeit nicht die Zeit bei der Bundeswehr zu ende ist.
Was die Bundeswehr als „spannende und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder“ bezeichnet, kann in Wirklichkeit jedoch schnell zur brutalen Realität des Krieges werden. Wer sich als Soldat verpflichtet, kann nicht einfach, wie bei zivilen Arbeitgebern, kündigen, wenn der Job nicht gefällt. Wenn der sogenannte Ernstfall, also der Einsatz im Kriegsgebiet, eintritt, kann zwar ein Kriegsdienstverweigerungsantrag gestellt werden, jedoch müssen in diesem Fall die Ausbildungskosten vom Betroffenen zurückerstattet werden.
Die Bundeswehr ist eben kein attraktiver Arbeitgeber mit besonderen Karrierechancen, sondern eine Armee, welche sich im Krieg befindet. Soldat ist kein „interessanter und vielseitiger Beruf“ sondern bedeutet, ohne Rücksicht auf individuelle persönliche Ansichten und Interessen, den Befehlen von Vorgesetzten folgen zu müssen.
Die Bundeswehr und die Regierung versuchen deutsche Kriegseinsätze durch beschönigende Bezeichnungen wie „Friedensmission“ oder „Stabilisierungseinsatz“ als „humanitäre Mission“ darzustellen.
Es soll das Bild vermittelt werden, deutsche Soldaten würden z.B. in Afghanistan hauptsächlich Schulen bauen und Brunnen bohren, also praktisch als „bewaffnete Entwicklungshelfer“ agieren.
Dass auch die Bundeswehr aktiv an Kriegseinsätzen teilnimmt, dass auch deutsche Soldaten auf Menschen schießen und dabei auch unbeteiligte Zivilisten töten, wird ungern erwähnt.
Wenn, wie im September 2009 bei Kunduz, unzählige Menschen durch Bomben, welche auf Befehl eines Oberst der Bundeswehr eingesetzt wurden, getötet werden, wird versucht, dies zu vertuschen und herunterzuspielen. Es passt nicht zu dem Bild der „humanitären Mission“.
Dass hinter den Kriegsbeteiligungen der Bundeswehr auch deutsche Wirtschaftsinteressen stehen, äußerte sogar der damalige Bundespräsident Horst Köhler, als er, im Zusammenhang mit dem Afghanistaneinsatz, von „im Notfall auch militärischen Einsatz” für “freie Handelswege” sprach.
Ob sich durch militärische Macht überhaupt Konflikte lösen lassen, muss zumindest bezweifelt werden. Für die Menschen vor Ort bedeutet Krieg in erster Linie immer Tod und Zerstörung, der „moderne saubere Krieg“ ist nichts weiter als eine Propagandalüge.

Militär bedeutet immer Unterdrückung und Zwang. Auch in Deutschland müssen Menschen, welche den Kriegsdienst verweigern und auch nicht bereit sind, einen staatlich erzwungenen Zivildienst zu verrichten, mit Repression und strafrechtlicher Verfolgung rechnen.
Menschen, welche aufgrund ihres Gewissens und ihrer persönlichen Ansichten Zwangsdienste verweigern, sollten Solidarität und Unterstützung von uns allen erhalten. Solange die Wehrpflicht noch existiert, sollte Totalverweigerung kein Phänomen am Rand der Gesellschaft sein, sondern eine Alternative zu Wehr- und Zivildienst, bei der die Betroffenen nicht allein dastehen.

Der Kriegsmaschinerie entgegen treten! Gegen die Militarisierung der Gesellschaft!
Demonstration am 22. Oktober 2010 in Lübeck
Start: 16:30Uhr auf dem Kohlmarkt

National- und Parteifahnen/-symbole sind unerwünscht“

Route:
null
Die Route startet am Kohlmarkt und geht danach folgende Straßen weiter: Sandstraße, Königsstraße, Koberg, Breite Straße, Beckergrube, An der Untertrave, Holstentorplatz, Lindenplatz (Zwischenkundgebung), Fackenburgerallee, Schwartauerallee, Marienstraße, Willy-Brandt-Allee.
Die Kreise symbolisieren die Kundgebungen.